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Video zu unserer Evangelischen KiTa in Nieder-Beerbach


 

Schön, dass Sie uns besuchen.....



Nähere Informationen über unsere Kirchengemeinde finden Sie wie gewohnt unter: http://kirche-nb-fh-1.bplaced.net

Informationen/Plakate zu unserem Gottesdienstangebot finden Sie unter der Rubrik "NEWS"!


Infos aus dem Gemeindeleben:
Hier finden Sie eine Kurzzusammenfassung der Sonntagspredigt und Informationen zu unseren laufenden Angeboten!

Zu guter Letzt finden Sie in einem Archiv Predigtgedanken vergangener Gottesdienste.


Gottesdienste finden statt!

Informieren Sie sich hier,

im Gemeindebrief oder in unseren Schaukästen!

Unsere Kirchengemeinde

Wir sind ein bunter, engagierter Haufen Ehrenamtlicher und einiger Nebenamtlicher mit unserer Pfarrerin 
Monika Lüdemann. Gemeinsam stecken wir viel Freude und Leidenschaft in unsere beiden Kirchengemeinden 
Nieder-Beerbach und Frankenhausen, das zeichnet uns aus.

Unsere Vision

Es gibt eine einfache Wahrheit: Wenn Sie an das glauben, was Sie tun, können Sie Großes erreichen. Wir sind davon überzeugt, dass Gott auch heute noch mit seiner Liebe den Menschen begegnen will. Diese Liebe wollen wir leben und weitergeben.

Unsere Motivation

Unsere Arbeit ist unsere Leidenschaft und ein positiver Antrieb für jeden neuen Tag. Sie bringt uns dazu, Herausforderung als Chance zu verstehen und neue Ziele zu erreichen. 



 
Unsere Pfarrerin  ist  telefonisch und digital zu erreichen. Wenn Sie ein Gespräch wünschen, nehmen Sie gerne Kontakt auf.
 
Pfarrerin Monika Lüdemann, Telefon: 0173/9662775
 Mail: [email protected]


Sexagesimä, Nieder-Beerbach (Markus 4, 26-29):
 Für mich antwortet dieses Gleichnis Jesu heute auf die Frage »Wo bist du, Gott, in unserer Welt?« Da das Gleichnis explizit nur von »Gottes Kommen in die Welt« redet, stelle ich die Verzweiflungsfrage nach Gott in einer Welt unbeschreiblichen Grauens: 

Wo bist du Gott? 

Auch wenn Leid und Elend menschengemacht sind, bleibt die Frage nach Gott offen. Die verheerenden Wirkungen der Naturgewalten können Menschen vergrößern oder verkleinern, aber nicht ausschalten. Das Wetter können Menschen allenfalls beeinflussen, aber nicht machen. 

»Warum zerstörst du, Gott, deine Schöpfung? Auch wenn das Leid von Menschen verursacht ist, entlasse ich dich, Gott, nicht aus der Verantwortung. Warum lässt du zu, dass Menschen so viel Böses tun?« 

 

Der Schöpfer nimmt sich zurück wie eine kluge Landwirtin. Sie setzt auf Teamarbeit. Sie rechnet damit, dass andere den Ball aufnehmen, den sie ins Spiel gebracht hat. Der Allmächtige verzichtet als Schöpfer auf seine Allmacht, weil er seine Macht mit seinen Geschöpfen teilt. Gott »spielt« im Team mit  denen, die er geschaffen hat. Er lässt ihnen Spielräume, Freiräume. 

Gott will Geschöpfe als lebendige Gegenüber. Zu ihrer Lebendigkeit gehört ihre Freiheit, auch ihre Freiheit zu Torheiten und Bosheiten. Gott möchte überrascht werden und nimmt in Kauf, dann auch enttäuscht zu werden 
Das Gleichnis macht mir Mut: am Ende wird der Samen Gottes aufgehen und Frucht bringen. Bis dahin ist der Weg noch weit und noch manches Mal werde ich rufen: "Wo bist du Gott, in all dem Grauen?" Ich werde auf diesem Weg, die Grenzen meiner geschöpflichen Möglichkeiten akzeptieren und innerhalb dieser Grenzen im Team mit meinen Mitgeschöpfen das mir Mögliche beherzt tun. Gottes Segen sei mit dabei!

Letzter Sonntag nach Epiphanias, Nieder-Beerbach, Thema LICHT:
 Der Begriff Epiphanias stammt aus dem Griechischen und meint die Erscheinung des Göttlichen in der menschlichen Person Christi. Im theologischen Zentrum der Verkündigung stehen bis heute Geschichten, die sich alle am 6. Januar zugetragen haben sollen: Die Ankunft der heiligen drei Könige in Jerusalem oder auch die Taufe Jesu. Epiphanias ist von Anfang an eng mit dem Symbol des Lichtes verbunden, das als göttliche Führung durch den Morgenstern in die Welt scheint und Jesu Wirken und Verkündigung symbolisiert 
 Gerade in der Dunkelheit des Winters erfahren wir : 

Licht verändert, Licht wärmt, weckt unsere  Sehnsucht, erzählt vom Leben, Gesichter  werden vertraut, in jedem Menschen ist sein 

Schein - das eine Licht in uns. 

 Einen Lichtstrahl, der den Weg zeigt, Orientierung gibt und all die Finsternis erleuchtet. Für Christen ist Jesus Christus dieser Lichtstrahl. Gott wurde in Jesus Christus Mensch und kam zu den Menschen auf die Erde. Der große und allmächtige Gott wurde ein kleines Kind in der Krippe, um den Menschen nahe zu sein. Er selbst schenkt das Leben und möchte in jedes Leben hineinstrahlen. 

Heiligabend 2023 ( 1. Timotheus 3, 16):
Den Christen, an die der Brief einst gerichtet war, lag es sehr am Herzen ihr Profil zu stärken, etwas was uns in den Zeiten des Wohlstands der Kirche abhandengekommen ist. 

Die Menschen damals bekannten: Gott ist uns in Jesus Christus nahegekommen. Er war auf der Erde und hat uns gezeigt, wie wir miteinander in Frieden leben können. Und auch wenn er abgelehnt wurde und getötet wurde: 

Gott hat ihm Recht gegeben. Vor allen Völkern, in aller Welt, vor den himmlischen Mächten: überall. Und er wird es tun, auch da wo die Zeiten dunkel, verunsichert, ja gar trostlos erscheinen. 

 

So wurde im Timotheusbrief etwa 120 Jahre nach Christi Geburt vom Geheimnis des Glaubens geschrieben. Und so erzählen auch wir heute die Geschichte weiter, vom Geheimnis Gottes, der als Mensch auf die Erde gekommen ist und Frieden verkündigt hat.  Und wo immer dieser Friede ein bisschen Platz greift, wo Menschen Frieden miteinander haben, und sei es nur an kleinen Orten, wo sie aufeinander achthaben und füreinander sorgen, da wird die Geschichte wahr,  die Geschichte von Gott, der zu uns Menschen kommt. Da ist sie nicht mehr nur irgendeine Geschichte, die schlimmstenfalls auch eine Lüge sein könnte. Nein, da wird sie wahr, da wohnt Gott wirklich unter uns, da können wir seinen Frieden spüren.

2. Advent 2023 zu  Offenbarung 3, 7-13 (Frankenhausen)
Der Brief an die Gemeinde in Philadelphia ist voller Lob für deren Tapferkeit und Standhaftigkeit in schwieriger Lage. 

Es mag sein, dass auch »unsere« Gemeinde nur eine kleine Kraft hat, nichts Spektakuläres zustande bringt, von anderen eher belächelt wird, weil sie nichts hermacht in einer eventbesessenen Gesellschaft. Aber, das lerne ich von dem Brief an Philadelphia: auch mit einer kleinen Kraft wird die Gemeinde von Gott gesehen und geliebt – und von ihm nicht ständig mit Veränderungs- und Optimierungsforderungen geplagt! 
 

Auch mit einer kleinen Kraft wird der »Resonanzraum« offen gehalten für das Wort Gottes. Ein Raum, der daran erinnert, dass nicht alles machbar ist, dass Zeit mehr ist als eine wirtschaftliche Ressource, dass das Leben einen Sinn hat, der nicht von Leistung abhängt. Das ist der Schatz, für den gilt: 

»Halte, was du hast!« 
 Ob das Ende der Welt bevorsteht, kann keiner wissen. Aber Christus steht zu seinem Versprechen: Siehe, ich komme bald. Die Tür, die er in seiner Auferstehung schon aufgeschlossen hat, kann keine Macht der Welt verschließen. Sie wird sich öffnen für eine Zukunft, in der die Tränen getrocknet werden und Leid und Hassgeschrei aufhören, für eine Zukunft voller Leben. 


1. Advent 2023 zu Jeremia 23,5-8 (Nieder-Beerbach)
Ein hoch brisanter Text, wenn wir uns die politische Lage, gerade im Gaza-Streifen, ansehen.
Jeremia träumt. Juda ist eingenommen, der Jerusalemer Tempel zerstört und ein Teil der Bevölkerung muss ins babylonische Exil. Jeremia träumt von Gerechtigkeit und Frieden. Bis heute warten wir auf diesen Frieden, Lohnt sich das Träumen überhaupt?
 Jeremia träumt und macht auch uns Mut dazu. Das innerliche Spielen mit unserer Realität kann eine entscheidende Vorstufe zur Veränderung unserer Realität werden. Träume können zwar dazu führen, in Scheinwelten zu leben und die Realität nicht mehr wahrzunehmen. Träume sind aber lebenswichtig. Wer keine Träume mehr hat, hat keine Ziele, die es zu erstreben gilt. Jeremia macht uns Mut, zu träumen, und dabei nicht stehen zu bleiben, sondern die Träume ins Leben zu ziehen.

Ewigkeitssonntag 2023 (zu Hebräer 11, 1f+9-16 + 13,14)
Wie ist das mit der menschlichen Identität der Personen im Himmel? Wird die Liebe der Menschen dort noch eine Rolle spielen? Was ist mit den Träumen des Lebens, mit dem Händchenhalten, mit der Freude darauf, im Alter jemanden zu haben, der mir aufgeholfen hätte? 
Der Tod ist unser aller letzte Lösung in eine neue Wirklichkeit, die genauso wie einst Kanaan für Abraham ein Aufbruch ins Unbekannte bedeutet. 

Die Theologie hat dabei schon immer ein Bild gehabt, das mir persönlich sehr nahe ist, das Bild des Pilgers. Pilger auf Erden sind wir. Es ist ein Bild für unser irdisches Leben. 
 

Der Hebräerbrief bekennt, dass wir im Glauben schon hier und heute Bewohner der himmlischen Heimat sind. Es ist, als ob unser Personalausweis im Himmel ausgestellt ist, wir aber noch in der Ferne sind, auf der Reise dorthin. 

Der Tod spricht über unsere christliche Existenz nicht das letzte Wort. Der Tod verliert seinen Schrecken und seine Macht durch die Gewissheit der Auferstehung. 


Drittletzter Sonntag im Kirchenjahr:
Römer 8, 18 - 25 (Frankenhausen, Ingo Mörl):
 

Leiden fällt nicht ins Gewicht  - das ist eine schwer verständliche Aussage von Paulus. Es gibt so viel Leid in der Welt. In den letzten Wochen und Monaten haben wir intensiv daran gedacht. Wie viel Leid haben Kriege und Gewaltherrschaft über die Menschen gebracht. 
 

Ich denke vielmehr, er kann diesen Satz so sagen, weil er etwas dagegen zu setzen hat.  Und das ist das kleine, aber so bedeutsame Wort „Hoffnung“. Sechsmal ist in diesen wenigen Zeilen von der Hoffnung die Rede. 
 

Wenn ich an das Erstarken der Wahlergebnisse der AFD in Deutschland denke, dann fällt mir auf, dass zumindest in Deutschland in vielen Reaktionen Hoffnungslosigkeit zu spüren ist. Vielleicht sogar Angst? Und das hat ja auch eine gewisse Berechtigung, denken wir doch dieser Tage an den 85. Jahrestag der Reichspogromnacht. Da scheint die Erwartung da zu sein, dass sich so etwas wiederholen könnte, Menschen werden wieder an den Rand der Gesellschaft gedrängt und dass sich andere furchtbare Dinge wiederholen. 
 

Liebe Gemeinde, ich möchte mit Paulus an der Hoffnung festhalten, auch wenn das Geduld erfordert. 

 Wenn man den Text noch einmal genauer nachliest, dann fällt einem mittendrin noch ein kleines Wörtchen auf: Sehnen. Ist das vielleicht auch ein heimlicher Schlüsselbegriff des Predigttextes?   

Sehnsucht hört niemals auf. Die Hoffnung kann man verlieren oder aufgeben. Man kann hoffnungslos werden, aber selbst dann bleibt die Sehnsucht nach Hoffnung. 

Wer Sehnsucht hat, vermisst etwas schmerzlich. Die Sehnsucht lässt uns nach vorne schauen – genau wie die Hoffnung. Man könnte also sagen, dass in diesem Wort das Leiden und die Hoffnung zusammenkommen. Das Leid ist noch da. Es gibt keine Täuschung darüber. Aber der Kopf ist erhoben und der Blick geht nach vorne. So kann die Sehnsucht nach Hoffnung uns Kraft geben weiterzugehen. 

Krimi-Gottesdienst (Nieder-Beerbach): Richter 4 + 5

Grausam und brutal endet die Geschichte.  Ein Triumphzug voller Blut.  Unterdrückte begehren auf und befreien sich.  Beseitigen die Unterdrücker.  Ruhe kehrt ein nach der gewaltsamen Tat. 

 

Aber Frieden? 

Voller Grausamkeit ist die Geschichte.  Hier siegt die Gewalt. 

Diese Geschichte aus der Bibel ist schwer zu ertragen. 

Sie endet mit dem Hinweis: 

„Und Israel konnte sich 40 Jahre lang erholen“ 

Rechtfertigt das die Tat? 

Gewalt und Gegengewalt? 

Die Auseinandersetzungen im Gaza-Streifen machen mich ratlos.  

Kriege weltweit, fast zwei Jahre in der Ukraine,  Auseinandersetzungen in Nahost, in Syrien und an vielen weiteren Orten in der Welt. 

Muss das ein? 

Ob je Frieden möglich sein wird in Palästina und Israel? 3000 Jahre gehen nun die Auseinandersetzungen, immer wieder unterbrochen durch "Frieden"szeiten. Wann wird das Morden aufhören?

 Im Richterbuch heißt es: 

„In den Tagen Jaels waren die Wege verödet und die auf Pfaden gingen, 

mussten gewundene Wege gehen“ (Ri 5,6) 

 

Auch heute sind Wege verödet und gewunden. 

Manchmal gehst du verschlungene Pfade, bis du ankommst. 

Bei dir selbst und bei anderen. 


Reformationsfest (Nieder-Beerbach):
Matthäus 5 - Die Seligpreisungen

 Diese Seligpreisungen stecken voller Kraft und Zuspruch. Mir fällt auf: Ihre Stichworte scheinen direkt in unsere Zeit hinein zu sprechen. 

 

Selig sind die Frieden stiften: Da denke ich an die Menschen im Ukraine-Krieg, in Nahost, im Gaza-Streifen und auch in anderen Kriegen, die weniger Beachtung finden. Nach Frieden sehnen sie sich. 

Selig sind die Sanftmütigen. Da denke ich an viele Chats in den Sozialen Medien und Debatten auf den Straßen, in denen Menschen aggressiv und respektlos über andere herziehen. Wie sehr wünschen sie sich, dass andere sie annehmen, wie sie sind. 

Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit: Da denke ich an alle, die heute unterdrückt und ausgebeutet werden. 

 Selig sind, die da Leid tragen. Da denke ich an die vielen Menschen, die still ihr Päckchen tragen. 

 

Ihnen allen gilt der Zuspruch Jesu: „Selig seid ihr“: Gottes Güte und sein Himmelreich sind Euch sicher. 

 Die Seligpreisungen sind für mich zu einem Zeichen geworden. Gott lässt keinen Menschen allein. Das hat auch Martin Luther erkannt: Gott erweist seine Gnade ohne Vorbehalt. Und es genügt, wenn sich die Glaubenden auf diese Gnade verlassen. 


20. Sonntag nach Trinitatis (Nieder-Beerbach),
Gedanken zu Matthäus 5, 14 - 16:

 Jesus hat die Menschen erwählt, all jene, die ihn umgaben. Und keinen ließ er aus. 

Selig seid ihr - hat er zu ihnen gesagt, zu Menschen, die am Rande lebten, die arm waren, vielleicht auch ausgestoßen aus der damaligen Gesellschaft. 

Er hat nicht ausgesiebt. 

"Ihr seid das Salz. Das Salz für die Erde. 

Teuer und selten. 

Und Licht, das seid ihr auch. 

Wegweiser am Tag seid ihr. Und Lebensretter in der Nacht. 

Stellt euch vor die Leute und leuchtet!"

So ein Auftrag kann einen auch in die Flucht schlagen 

Ich jedenfalls bin oft am Zweifeln: Meine Leuchtkraft und was ich zu geben habe, reicht das wirklich aus? 

Jesus hat groß von denen um ihn gedacht. 

Und wir dürfen auch lernen, groß von uns zu denken. 

Jesus segnet an diesem Tag die,  die auf dem Berghang um ihm herum lagerten. All die unheiligen Heiligen. 

Die, für die die Welt kaum etwas übrighat. 

Menschen, die leiden, Menschen, die für den Frieden arbeiten statt für Gewinn. Menschen, die Erbarmen, statt Rache üben. 

 

Und er segnet uns. 

Spricht sein großes Licht und Salzwort auch über uns.  Es

gibt  keine Bedingung. Keine Auswahlverfahren, kein Assessment Center. 

Jesus siebt nicht aus. 

Er segnet alle.  

Das ist für mich das Wesen unseres Herrn. 

Bedingungslos sein Segen, 

Bedingungslos sein Wort: 

Mein Licht ist in den Schwachen mächtig. 


Erntedank 2023 (Joh 6, 1 - 15):
 

Zweitausend Jahre zurück. Menschen sind gekommen, um diesen Jesus zu sehen. Menschen in großer Zahl. Von Fünftausend spricht die Bibel. Der Anlass: ein Promi. Einer, der für seine Wunder bekannt ist. Einer, der etwas zu sagen hat. Einer, der wie ein Versprechen auf eine bessere Zukunft wirkt. 

 

Wie ein Magnet zieht dieser Jesus die Menschen an. Sein Rückzug mit dem Boot nützt ihm nichts. Die Menschen bleiben ihm auf den Fersen. Sie haben Großes gesehen. Oder sie warten darauf. Sie werden nicht enttäuscht. 

 

Nichts wird berichtet davon, dass die Leute lange zuhören müssen. Nichts von der Sorge, ihre Kondition wäre nicht ausreichend. Ihr Hunger würde zu groß. Und dann kommt das Abendrot… 

und die lapidare Frage: Wo bekommen wir Brot her? Sofort. Ein Test sei das, so berichtet der Evangelist Johannes. Ein Test des Vertrauens in den, dem die Menschen nachlaufen. Des Vertrauens der Jünger wohlgemerkt. Um ihren Glauben geht es. 

 

Die Jünger wissen nicht weiter – doch einer hat es kapiert: Da ist ein Kind, das hat Proviant! Jesus teilt aus.   

Die Brote und die Fische des Kindes haben für alle gereicht. Sie sind allen zum Segen geworden. Es hat gereicht und es ist sogar noch mehr geworden. Welch einen Segen hatten sie erlebt. Nicht der Mangel wird verwaltet, sondern die Fülle wird gefeiert.

Ich wünsche mir den Blick weg vom Mangel, der vielleicht gar keiner ist, hin zu der Fülle des Lebens, der Möglichkeiten und der Gegenwart Gottes. 
Das Wunder im Kleinen sehen und miteinander teilen. Wenn wir das beherzigen - vielleicht reicht es aus?


Nieder-Beerbach, 17. September 2023: Aus Hoffnung leben (4. Teil der Predigtreihe) zu  Matthäus 15, 21 – 28 :

Hoffnung für unsere Kirche – gibt es das überhaupt noch? 

 Die Jünger aus unserer Heilungsgeschichte werden zum Sinnbild einer Kirche, die sich mit der Not der Welt nicht befassen will, weil sie mit sich selbst beschäftigt ist, dabei immer mehr mit Strukturen beschäftigt ist und die Menschen dabei aus den Augen verliert.

 

Die Kanaanäerin lässt ihre Zuversicht nicht dämpfen: „Hör nicht auf zu hoffen!“ 

 

Und Jesus hat am Anfang auch sehr ablehnend der Bitte der fremden Frau gegenüber geantwortet: „Also, dafür bin ich nicht zuständig.“ So nach dem Motto: Versuch es doch einmal bei einer anderen Abteilung, vielleicht kann die dir weiterhelfen. 

 

Kennen wir nicht alle diese Erfahrung, dieses tief in uns sitzende Gefühl: Vielleicht ist Jesus ja für mich und mein Problem nicht der richtige Ansprechpartner. Vielleicht ist in der Kirchengemeinde niemand für mich und meine Sorgen zuständig. 

 

Und mal ehrlich, kommunizieren wir nicht oft diese Einstellung: Wenn du dich nicht in unsere tradierten Strukturen einfügst, wenn du nicht richtig dazugehörst, sonntags nicht zum Gottesdienst kommst, dann können wir für dich nichts machen. Du glaubst nicht richtig, du bist nicht gut genug. 

 

Doch die Kanaanäerin will das nicht akzeptieren und ruft weiter nach Erbarmen und Hilfe. 

 

Wir müssen erkennen: das Heil ist nicht nur für uns da. Wir sind berufen, auch Menschen außerhalb unserer inneren Zirkel davon profitieren zu lassen. Wir kommen dabei nicht zu kurz. 

 

Der heutige Bibeltext ist eine Hoffnungsbotschaft für alle, für die, die draußen sind, für uns, die wir drinnen sind. Die Kanaanäerin lehrt auch uns, wie wir hoffnungsvoll leben können. Lasst uns wieder zu einer Kirche werden, die aus der Hoffnung lebt. 

 

Evangelisch heißt wörtlich: von einer guten Botschaft bewegt. 


Frankenhausen, 27. August 2023,
Gedanken zur Vision des Jesaja aus Jesaja 29, 17-24:


Hier erklingt die Verheißung, dass Gott seine Gerechtigkeit zuletzt durchsetzen wird, alles andere ist weniger als Gott und wird sich zuletzt unterordnen müssen. Jesaja verheißt uns: Gott ist auch größer als der Wahnsinn aller Terroristen und Verbrecher dieser Erde. Denn von diesem Tag heißt es: „Und die, welche irren in ihrem Geist, werden Verstand annehmen, und die, welche murren, werden sich belehren lassen.“ 

 

Juden und Christen warten auf diesen Tag, an dem sich Gott öffentlich offenbart und diese Welt auf eine umfassende Weise verwandelt. 

Diese Verheißung wird für viele wie eine weltfremde Utopie klingen. Aber diese Verheißung, so weiß es Jesaja, wird eines Tages wahr werden. 

 Wie steht es mit uns? Was oder wen erwarten wir, was oder wen erwartet eine christliche Gemeinde wie die unsrige eigentlich?  

Wenn Menschen keine Hoffnung haben, die über den Alltag hinausgeht, verlieren sie Kraft und erleiden eine seelische Verwahrlosung. Der Spruch „Nach mir die Sintflut“ drückt diese aussichtslose Haltung aus. „Nach mir die Sintflut“ heißt: „Ich sehe keine Hoffnung für diese Welt oder für meine Welt, also lebe ich nur noch für mein Vorteil. Was nach mir kommt, kann mir egal sein.“ 
 

Die Welt unter uns scheint zu wanken. Kriege und Naturkatastrophen, Hunger und Seuchen. Ganz zu schweigen von der drohenden Klima-Katastrophe! Dazu Not und Armut, Ungerechtigkeit, Habgier und Egoismus. Ein Teufelskreis von Angst und Verzweiflung, Ratlosigkeit und Mutlosigkeit. Alles das und noch vieles mehr lässt  den Boden unter unseren Füßen wanken. 

Wir leben in unruhigen Zeiten. Vieles ist nicht mehr im Gleichgewicht. Wir sind aus dem Lot geraten. Scheinbar Felsenfestes ist brüchig geworden. 
 Die Verheißung Jesajas, dass Gott etwas mit dieser Welt vorhat, setzt Kraft frei für gegenwärtige Aufgaben. Wir haben die Verheißung, dass Gott sich zuletzt durchsetzen und diese Welt verwandeln wird. Diese Verheißung gibt uns die Kraft, die wir brauchen, um unsere Aufgaben in der Kirche oder in der Nachbarschaft oder um der Menschen willen mit Fleiß und Liebe durchzuführen. Weil wir davon ausgehen: da ist jemand auf dem Weg zu uns .   Ich wünsche uns, dass wir uns von Gott tatsächlich seine frische Luft um die Nase wehen lassen, uns im wahrsten Sinne „inspirieren“ lassen zu einem Leben voller Erwartung und jenseits aller Resignation 


Nieder-Beerbach, 20. August 2023:
(Predigtreihe zu Heilungsgeschichten, Teil 3: 

Glauben – auf einem starken Fundament stehen )
Gedanken zur Heilung der Tochter des Jairus (Markus 5):
 

Jesus verweigert der Todesnachricht die Macht und wendet sich gleich an Jairus und sagt: Hör nicht darauf. „Fürchte dich nicht! Glaube nur.“ Diese Aufforderung hat ja nur einen Sinn, wenn es allen Grund gibt, sich zu fürchten. Sonst wäre sie belanglos. 
 Manches Schreckliche können wir nicht verhindern. Manches Böse tobt sich in und an der Welt aus und uns sind die Hände gebunden es zu hindern. 

 Verweigern können wir ihm am Ende nur unsere Angst. Angst ist nicht nur ein gutes Alarmzeichen. Das ist sie auch. Sie schützt uns vor mancher Dummheit und warnt vor Gefahr.  Aber sie kann auch etwas anderes sein. Eine Macht! – Nicht im Dienst der Vorsicht, sondern im Dienst des Bösen. 

Angst schafft Wirklichkeit. Sie ist nicht nur ein Gefühl. Sie verändert uns und wir verändern durch sie unsere Welt. Angst lähmt unser Denken und Handeln.
 Und dann hören wir: „Fürchte dich nicht!“ 

Steck den Kopf nicht in den Sand. Schotte dich nicht ab. Werde nicht unberührbar für Leid und Not! 

Aber schenk den Schrecken und Schreckensmeldungen bitte nicht deinen Gehorsam. Lass die Angst nicht regieren!
 

Jesus greift fest nach der Hand des Mädchens und sagt: „Talitha kum! Mädchen, steh auf!“ 

Steh auf. Und sie stand auf. 

Steht auf! Gegen die Angst. Gegen den Tod. Das letzte Wort hat er nicht. Die letzte Macht hat er nicht. Fürchte Dich nicht. Glaube nur! Allein das: Glaube! 

Geh Deinen Weg. Über die Höhen des schönen Lebens und die finsteren Täler von Leid und Tod, wo Hoffnung unrealistisch scheint. Was immer er bringt. Jesus geht mit – auch dorthin wo es weh tut. Er hört Dein Klagen, aber er lässt es nicht unwidersprochen. „Fürchte dich nicht. Glaube nur. Steh auf!“ 


Nieder-Beerbach, 06. August 2023:
(Predigtreihe zu Heilungsgeschichten, Teil 2: Berührt von Gott)
 Gedanken zur Heilung der Blutflüssigen Frau (Markus 5):

 Müde und verwelkt von all dem Blutverlust, der eine Spur hinterlässt, in den Kleidern, an den Beinen und am Boden, zwölf lange Jahre schon.  Auch ihr ganzes Wesen ist ausgeblutet, totenblass und leer, ohne Abwehrkraft, Farbe und Energie, saft- und kraftlos.  Unerhört- niemand hat sie bislang erhört, kein Arzt konnte helfen. Ein Leben ohne Berührung. Ein Leben auch ohne Gottesdienst, denn sie galt als unrein, wurde ausgeschlossen. Ausgeschlossen aus jeder Gemeinschaft, sozial und spirituell.Und jetzt mitten im Gedränge der Menschenmasse, ein Griff nach dem rettenden Strohhalm,  eine verstohlene Berührung.  Jesus wendet sich um und schaut nach dem Menschen, der ihn berührt hat. Sie gesteht, zitternd vor Furcht, was sie Ungeheuerliches getan hat: geglaubt und gehofft, den bisherigen Erfahrungen zum Trotz  
 Das sind gute Nachrichten für alle, die sich heutzutage in irgendeiner Weise suchend an Jesus herantasten, dabei in Sorge sind, in kultischer, dogmatischer oder moralischer Hinsicht den Anforderungen nicht zu entsprechen. Jesus, so sagt uns die Geschichte, stellt keine Bedingungen, auf welche Weise wir ihn suchen müssen. Wo auch immer wir uns in unserer Sehnsucht an ihn wenden, er ist für uns da 
 
Der wichtigste Auftrag der Kirche ist es neben dem Zuhören, Berührung und Begegnung mit Jesus zu ermöglichen. Äußere Reformen werden die Kirche nicht retten und haben es noch nie getan. Wir können Menschen nur zu einer Gottesberührung verhelfen, wenn wir selber von Gott berührt wurden. Wir dürfen die Menschen an unserem eigenen Berührtsein teilhaben lassen. Heil, Heilung erwächst allein aus der persönlichen Begegnung mit ihm, dem lebendigen Gott.  





Nieder-Beerbach, 30. Juli 2023:
(Predigtreihe zu Heilungsgeschichten, Teil 1: Hör hin!)
 

Jesus ist unterwegs in Heidenland. Dort, wo Menschen sich der frohen Botschaft von Gott verschließen. Jesus verlässt die sogenannte Kerngemeinde, um diese Menschen zu erreichen. 

Was machen wir, um über unseren Tellerrand zu schauen? Wo begegnen wir Menschen außerhalb unserer Gemeinde und erzählen ihnen von Jesus? 
 Was macht Jesus in der Heilungsgeschichte? 

Er nimmt den Taubstummen beiseite, aus der Menge heraus. Christsein ist eine Beziehung zwischen Christus und der einzelnen Person, ein individuelles Geschehen. Christsein braucht Rückzug aus der Menge, es braucht die Erfahrung der Stille. Das Wahrnehmen und Hören auf Gott. 

 Jesus nimmt dann seinen Finger und legt ihn in das Ohr des Taubstummen, und Speichel auf seine Zunge. Jesus berührt die wunden Punkte.  Und etwas ganz Erstaunliches passiert: Jesus seufzt. Er empfindet das Leiden des Kranken mit. Er wendet sich in Empathie ihm zu. 

 Effata – tu dich auf. Ohr und Mund. 
 Was bedeutet das für uns als Kirche heute? 

 Wir sollen seelsorgerliche Kirche sein. Erst einmal hinhören, auf Gott und die Menschen. Verkündigung geschieht immer im Dialog.  Das Hören auf Gott: Es braucht mehr Zeiten und Räume, und auch Rituale, um alleine das hörende Beten einzuüben: Meditation, Bibellese, hörende Fürbitte. Das Hören auf die Menschen:  wir brauchen mehr Kontakte zu Menschen, die anders als wir denken und glauben. Der Austausch mit ihnen kann uns bereichern und das gegenseitige Verständnis wird gestärkt. 


Frankenhausen, 23.Juli 2023:
Jona wird von Gott nach Ninive geschickt, entscheidet sich  auf die Flucht vor Gott und seinem Auftrag zu gehen. Aber Gott gibt nicht auf, das bestiegene Schiff Richtung Spanien gerät in Seenot. Jona wird schließlich von Bord geworfen und der Sturm hört auf.
Gott gibt dem Propheten eine 2. Chance und rettet ihn durch einen Fisch. Jona geht nach Ninive. Auch den Menschen dort gibt Gott eine 2. Chance.
Jona aber ist wütend. Hätte er wirklich viel lieber Tausende von Menschen ins Unglück geschickt? Wir wissen es nicht. Aber Gott gibt Jona zu verstehen:  

"Nur für dich akzeptierst du meine  Gnade, nicht aber 

für andere."
Mit einer offenen Frage Gottes endet diese Geschichte in der Bibel: 
" Ich aber sollte Ninive nicht verschonen, diese große Stadt, in der mehr als 120.000 Menschen leben..., und dazu noch so viele Tiere? 

 Dabei ist die Antwort ja schon längst gegeben: Gott sagt: "Mich reuen die Menschen, ich will sie nicht ins Unglück stürzen." Darum gibt er Ninive noch einmal eine Chance, darum hat er Jona nicht ertrinken lassen, darum gibt er jedem von uns immer wieder die Möglichkeit, neu anzufangen, wenn wir einmal den falschen Weg gegangen sind.